Hundeosteopathie
Wie schon erwähnt, handelt es sich bei der Osteopathie um ein ganzheitliches Behandlungkonzept. Es wird nicht nur ein einzelnes Symptom behandelt, sondern der Körper als Einheit. Da der Hund eine relativ dünne Bauchdecke hat, können zusätzlich zu Knochen, Gelenken und Muskeln, auch die inneren Organe des Hundes untersucht und wenn nötig behandelt werden. Die osteopathische Behandlung setzt dann an allen Systemen (parietales, viszerales, cranio-sacrales System) an, in denen Blockaden gefunden wurden.
Die osteopathischen Systeme
Die drei osteopathischen Systeme umfassen:
- das parietale oder muskulo-skelettale System (Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder)
- das viszerale System (innere Organe, deren Gefäß- und Nervenversorgung sowie deren bindegewebige Hüllen und Aufhängesysteme)
- das kranio-sakrale System (Schädel und Gehirn; Rückenmark, Kreuzbein, sowie Hirn- und Rückenmarkshäute)
Zusätzlich zu dem körperlichen Beschwerden, dürfen auch seelische Probleme, wie zum Beispiel Stress, nicht außer Acht gelassen werden. Denn auch Stress kann sich negativ auf die körperliche Ebene auswirken. In einer Studie des Schweden A. Hallgren wurden verhaltensauffällige Hunde ostepathisch untersucht. Häufig wurden hier Blockaden an der Wirbelsäule entdeckt. Eine Erklärung hierfür ist zum Beispiel, dass der ständig vorhandene Schmerz zu einer erhöhten Reizbarkeit und auch Aggressivität führt.
Aktivierung der Selbstheilungskräfte
Bei der osteopathischen Behandlung werden allein die Hände eingesetzt, um Bewegungseinschränkungen zu lösen und Fehlspannungen zu normalisieren. Der Patient wird dahingehend unterstützt, dass dessen körperliche Beweglichkeit verbessert, Spannungszustände gemildert und Funktionen wie beispielsweise die Durchblutung normalisiert wird. Auf diese Weise können z.B. Gelenk- und Muskelschmerzen gelindert werden. Durch die Schmerzreduktion, aber auch durch einen ausgleichenden Einfluss auf das vegetative Nervensystem wird der Stresslevel des Patienten reduziert. Da Stress sich beispielsweise negativ auf das Immunsystem auswirkt, kann eine osteopathische Behandlung so auch dazu beitragen, dass der Körper selbst wieder besser in der Lage ist, auf Einflüsse von außen zu reagieren und Erkrankungen abzuwehren. Der Osteotherapeut unterstützt durch seine Behandlung also die Selbstheilungskräfte des Patienten.
Eine osteopathische Untersuchung und Behandlung wird häufig bei Problemen des Bewegungsapparates angewandt.
Einsatzmöglichkeiten sind unter anderem:
- Rückensteifheit und -schmerzen
- Bewegungsunlust
- Probleme beim Treppensteigen oder beim Sprung ins Auto
- Bewegungsveränderungen wie z.B. Passgang oder Zehenschleifen
- Behandlung von Vermeidungshaltungen und Folgebeschwerden nach Operationen oder Lahmheiten
- unklare Lahmheiten (nach tiermedizinischer Abklärung!)
- neurologische Störungen
- Unterstützend bei Problemen wie Harnträufeln, Analbeutelentzündungen, Ohrentzündungen und Leckekzemen (auch die Blutgefäße und Nerven, welche diese Organe versorgen, kommen von der Wirbelsäule und verlaufen eingebettet in Bindegewebe zwischen Knochen und Muskeln dadurch kann es bei Wirbelsäulenproblemen und Fehlspannungen der entsprechenden Muskeln und Faszien auch zu Problemen der inneren Organe kommen)
Sie sollten beachten, dass ihr Hund vor einer Behandlung eine min. dreistündige Nahrungskarenz eingehalten hat. Nach der Behandlung sollte er ausreichend Gelegenheit erhalten, sich eine Weile frei zu bewegen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie mit Ihrem Hund eine weitere Strecke im Auto fahren müssen geben Sie ihm Gelegenheit, sich auf einem kurzen Spaziergang ein wenig zu bewegen, bevor Sie die Rückreise antreten. Zwei Tage lang nach der Behandlung sollte Ihr Hund nicht auf Turnieren starten und auch keinen starken körperlichen Trainingsbelastungen ausgesetzt werden, da sein Körper Zeit benötigt, um sich auf das veränderte Bewegungsgefühl einzustellen.
